Überblick des Schäferlauf

Historischer Überblick

von Dr. Rudolf Eberling

Errichtung der Lade
Alle zwei Jahre - und zwar in den Jahren mit den ungeraden Zahlen - feiert Urach seinen Schäferlauf. Dieses echt schwäbische Volks- und Heimatfest, das weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt und berühmt ist, reicht in seiner nachweisbaren Geschichte in das Jahr 1723 zurück, in dem durch einen herzoglichen Erlass die Errichtung einer »Neben- und Viertellade« der Schäferzunft mit der Erlaubnis, einen Schäferlauf abzuhalten, bestimmt wurde.

 

Generalversammlung der Schäferzunft
Schäfertag und Schäferlauf waren schon früh die Generalversammlung der Schäferzunft in der alten Freien Deutschen Reichsstadt Markgröningen, wo der Schäferlauf bereits seit 1443 nachgewiesen ist. Da für die Schäfer des Landes der Anmarsch nach Markgröningen zu weit und zu beschwerlich war, erfolgte die Errichtung des Uracher Schäfertages mit Schäferlauf für Städte und Ämter Tübingen, Kirchheim/Teck, Nürtingen, Bebenhausen, Neuffen, Balingen, Tuttlingen, Pfullingen, Ebingen, Münsingen, Steußlingen, Klosteramt Pfullingen, Kloster Offenhausen, Neidlingen, Gomaringen, und benachbarte Orte. Alle Angelegenheiten, die die Schäferei betrafen, wurden bei dem Schäfertag vom Schäfergericht behandelt. Nach Erledigung dieser ordentlichen Geschäfte folgte ein froher Abschluss: der Schäferlauf, ein Wettlauf der ledigen Schäfer und Schäfertöchter über ein Stoppelfeld mit entsprechenden Preisen für die Sieger.

Auflösung der Schäferzunft
In seinen Grundzügen wird auch heute noch der Schäferlauf in seiner traditionellen Form durchgeführt. Er ist in seinen wesentlichen Teilen noch eine ureigene Angelegenheit der Schäfer sowie der Metzger, die in Urach nach der Auflösung der Schäferzunft im Jahre 1828 zusammen mit der Stadt zukünftige Träger des Festes wurden.